Frankreich - Feriendomiziel

Wäsche waschen und Igel retten in Strasbourg

Wieder schliefen wir lang und frühstückten ausgiebig bevor wir mit einem Sack voller Klamotten, die schon standen vor Dreck, in einen Waschsalon zogen, der uns am Vortag aufgefallen war. Vor allem Stefan hatte eine Menge zu waschen. Allerdings machten uns die Probleme mit der Landessprache einen Strich durch die Rechnung, da wir keinen Schimmer hatten, wie wir die Waschautomaten bedienen sollten. Ein netter, älterer Einheimischer half uns mit einem witzigen Mix aus Deutsch, Englisch und Französisch. Nachdem wir diese Hürde genommen hatten gingen wir einkaufen. Es war mal wieder an der Zeit die Vorräte aufzustocken, das war uns allen Klar. Diese Abläufe, vom Aufstehen über das Einkaufen bis hin zum Zusammenpacken, passierten so natürlich, weil sie einfach klar waren und nicht abgesprochen werden mussten. Es gab nie lange Diskussionen über den Tagesablauf. Ich sollte auf späteren Reisen mit anderen Gruppen feststellen, dass das nicht immer der Fall war. Wir fanden an diesem Tag auch einen Laden, der eine ganze Automatenwand nach Außen besaß, an welcher man zu jeder Zeit die wichtigsten Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände kaufen konnte. Durch Eingabe des entsprechenden Codes kamen einem durch die Luke Eier, Kekse, Butter oder auch Hygieneartikel entgegengeflogen. Wir ließen es uns nicht nehmen, dieses auszuprobieren. So kamen wir an eine Packung Choco Cookies.


Im Supermarché MAXI sammelten wir allerhand leckeres Zeug zusammen und waren ganz verblüfft über das perfekte Deutsch der jungen Kassiererin. Stefan warf – wieder im Waschsalon MINI WASH angekommen – seine Kleidung in den Trockner, während Marco und ich ein zweites Mal zum Supermarkt gingen, um Getränke einzukaufen. Bei dieser Aktion landete Marco den wohl lustigsten Fehlgriff der ganzen Reise. Er wollte sich eine Waldmeisterbrause kaufen, wie man sie in Deutschland in jedem Markt bekommt, und griff nach der ersten grünen Brauseflasche. Es stellte sich jedoch heraus, dass es sich dabei um Minzbrause handelte, auf die man in Frankreich wohl steht. Wir fanden sie ekelhaft und so landete das Gesöff im Mülleimer des Waschsalons. Wir brachten die nicht nach Minze schmeckenden Einkäufe zu den Zelten und wackelten erneut in die Innenstadt, wo wir das Europaparlament besichtigen und durch den Stadtpark spazierten. Ich hatte unheimliche Lust, wie einige andere Touristen, Kanu zu fahren, was den Jungs aber nicht so passte. Der Vorschlag ins Technikmuseum zu gehen wurde auch schnell verworfen, da es an diesem Tag geschlossen hatte. Also sprachen wir über die große Frage, was es denn zum Abendessen geben sollte. Da keiner, bis auf Marco, Lust hatte ein gefühltes hundertstes Mal Nudeln mit Sauce zu essen, gingen wir ein drittes Mal im Supermark MAXI einkaufen, um einen Nudelsalat mit Würstchen umsetzen zu können. Wenn man mit zwei Jungs durch die Lande zieht, dann geht es erstaunlich häufig um Essensfragen in den Ferienwohnungen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich es war, die bei der "Nudeln mit Sauce-Idee" Zicken gemacht hat. In der Abenddämmerung tranken wir wie jeden Abend unseren Wein und verputzten unseren Nudelsalat, um für den Nachtspaziergang in der Stadt gestärkt zu sein. Wir waren zwar erst recht spät im Zentrum, weil wir uns noch den Stadtteil "Petite France" angesehen hatten, aber es war noch nicht zu spät das Spektakel an der Kathedrale zu beobachten. Diese wurde bunt und aufwendig wechselnd angestrahlt und dazu lief ziemlich laute und seltsame Musik. Dieses Ereignis hatte viele Leute angezogen und wir konnten uns grade so noch einen Platz im Café vor dem Gebäude schnappen, wo wir jeder einen bombastischen Crêpe bestellten. Weit nach Mitternacht fielen wir dann todmüde in unser Zelt, aber es hatte sich gelohnt.